Manfred Garlt und Bernd Beckstein arbeiteten 1970 zwei Orientierungsfahrten aus, die fortan in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen vom BJC durchgeführt wurden. Das Hauptproblem besteht in der Suche nach Organisatoren, die solch eine Fahrt ausarbeiten.
Nachdem in den 70er Jahren relativ regelmäßig Orientierungsfahrten stattfanden wurde dies im Laufe der 80er Jahre immer seltener.
Im Oktober 1993 wurde nach inzwischen sechs Jahren Pause wieder eine Orientierungsfahrt ausgetragen, an der 17 Teams teilnahmen. Karsten Fischer, Zweitplazierter der Orientierungsfahrt 1987, machte den Vorstand darauf aufmerksam, dass er noch im Besitz einer komplett ausgearbeiteten Ralley sei und das sich doch der Vorstand um die Organisation bemühen sollte.
Leider fand sich danach niemand bereit um die nächste Fahrt auszuarbeiten, sodass wieder sechs Jahre vergehen sollten bis die nächste Orientierungsfahrt startete. Unser damaliger Kassenwart Tobias Herwig hatte sich bereit erklärt eine Ralley auszuarbeiten. An der Fahrt nahmen jedoch nur 9 Teams teil. Dennoch fanden sich bei der Siegerehrung einige Freiwillige, die für das nächste Jahr eine neue Orientierungsfahrt vorbereiten wollten. Glücklicherweise haben sich seitdem immer wieder andere Teams bereit erklärt die Arbeit auf sich zu nehmen und eine ansprechende Fahrt auszuarbeiten, die auch in den letzten Jahren immer großen Anklang fand.
Ziel ist es die Orientierungsfahrt nicht zu vergessen, damit diese schöne und häufig auch sehr fordernde Veranstaltung weiterhin regelmäßig stattfindet.
Dieser alte Brauch wird nicht nur in Bollensen sondern auch in vielen Nachbarorten gepflegt. Der Unterschied besteht in Bollensen darin, dass neben dem Neujahrsbock ein festes Gefolge von ebenfalls kostümierten Jung- und Altgesellen diesen begleitet. Der Neujahrsbock wird dabei komplett mit Stroh umwickelt und mit einer Bockmaske verkleidet.
Das Gefolge setzt sich zusammen aus dem Bockführer, der den Bock mit einer schweren Kette führt. Dem Polizisten, der die Geldspenden entgegennimmt. Dem Clown, der seine Späßchen treibt, sowie den Wursteleuten, die die gespendeten Würste einsammeln.
Über den Sinn dieses Brauches gibt es verschiedene Deutungen. Nach einer Version soll er auf vorchristliche Zeit zurückgehen und etwas mit dem Austreiben der dunklen Mächte zu tun haben, damit dem Licht der Sieg über die Dunkelheit ermöglicht wird. Eine andere Version besagt, dass mit dem Neujahrsbock symbolisch das alte Jahr vertrieben wird bzw. die Geister des alten Jahres vertrieben werden.
Bereits vor Gründung des Junggesellen Clubs fanden sich Silvester 1956 sechs Freiwillige um diese Tradition nach dem 2. Weltkrieg in Bollensen wieder aufleben zu lassen. Dies waren Karl Kahne, Karl Voges sen., Albert Wegener, Herbert Kirchhoff, Heinrich Fischer und Heinrich Riehm.
Nach Gründung des Vereins wurde die Durchführung dieser Tradition vom BJC übernommen. Die übrigen Junggesellen begleiten dabei die Gruppe mit viel Lärm durch das Dorf - früher mit Geschrei und Peitschenknallen, heute überwiegend mit Feuerwerkskörpern.
Die eingesammelten Würste werden am ersten Januarwochende von den Junggesellen gemeinsam mit allen Helfern und Spendern über das Jahr hinweg verzehrt. Vom eingesammelten Geld werden die Getränke des Abends finanziert.
Es ist anzumerken, das seit 40 Jahren der Neujahrsbock immernoch von unserem Ehrenmitglied Klaus-Dieter Fraeter, sowie unserem ehemaligen Mitglied Karl Voges jun. gewickelt wird.
Das weitere Wickler Team (Azubis und Erfahrene) besteht momentan aus:
Ingbert Freter, Harald Meier, Gottfried Exner, Uwe Herwig, Bastian Fraeter, Fabian Voges und Florian Diedler
Vielen Dank für dieses außerordentlich Engagement über diesen langen Zeitraum.

